Cella Antiqua

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Die Taufkapelle „Cella Antiqua“ entstand vermutlich im 9. Jahrhundert und ist somit das wohl älteste von Menschenhand geschaffene bleibende Werk im Sonneberger Raum. Sie wurde von Mönchen in den Buntsandstein gehauen, wobei man an der Sichtwand ein lateinisches Kreuz plastisch hervorstehen ließ.

Jedes Jahr am 24. Juni – es ist der Tag, der Johannes dem Täufer gewidmet ist – erhellen die ersten Sonnenstrahlen dieses Kreuz. Da heute über der Cella ein Haus steht, können wir dies nicht mehr sehen. Cuno Hoffmeister, der Begründer der Sternwarte Sonneberg, hat den Stand der Sonne an diesem Morgen errechnet und diese Überlieferung bestätigt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Cella im Jahre 1341. In einem Kopialbuch in Dresden befindet sich die Hausurkunde für das Haus Gerichtssteig 1 („Rötner-" oder „Schottenhof" genannt). Dort steht unter der Ortsangabe: "super cellam" (über der Zelle). Weiterhin erzählt eine Sage, dass ein schwarzer Mönch alle unartigen Kinder holt und in dieses Haus bringt.
 
Von diesen beiden Hinweisen geleitet, machten sich Otto Keil (damaliger Museumsdirektor des Deutschen Spielzeugmuseums Sonneberg) und die Kulturbundfreunde 1954 auf den Weg, um die Cella Antiqua zu suchen.
 
Ihnen bot sich allerdings nicht so ein schönes Bild wie uns heute, denn die Cella war mit Bauschutt gefüllt. Heute glaubt man, dass dies zum Schutz der Cella geschah, damit sie nicht zerstört wird. Denn kurz nach der Reformation wurde Sonneberg evangelisch. Die Untertanen mussten den Glauben des Landesherren annehmen. Wer weiterhin bei der Ausübung des katholischen Glaubens angetroffen wurde, hatte mit Strafe zu rechnen.

Im Jahr 1961 wurde die Cella von Wissenschaftlern aus Ost- und Westdeutschland untersucht und datiert.

Vorn links neben dem Eingang befindet sich das Taufbecken (Baptisterium). Es wird aus einer Felsspalte mit frischem Quellwasser gespeist. Dieses Becken ist ca. 30 cm tief und das Wasser darin hat eine Temperatur von 5 °C. Unterhalb des Kreuzes liegt die zerschlagene Altarplatte. Sie befand sich im angrenzenden Kartoffelkeller und wurde 1930 bei Wasserleitungsarbeiten von unwissenden Handwerkern zerschlagen. 1954 sammelte Otto Keil die noch vorhandenen Reste auf und brachte sie im Museum unter. Seit den 70-er Jahren befinden sie sich nun wieder in der Cella.

Die letzte Taufe hier in der Cella fand 1989 mit Jugendlichen statt.

Derzeit sind Besichtigungen der Cella Antiqua nicht möglich. Neues erfahren Sie über diese Homepage.  
  


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